KÜNSTLER / Kunst nach 1945
Armin Martinmüller

Ohne Titel, 1970
© Armin Martinmüller / VG Bild-Kunst, Bonn

Armin Martinmüller

Ohne Titel, 1970

Acryl und Tempera auf schwarzem Karton
14,2 × 10,7 cm

verso monogrammiert und bezeichnet: A.M. IVG
(MARTINA/M 130)

€ 900
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Man kennt Martinmüllers kompromissloses System der Kombination rechtwinkliger Formen, das einem der Musik vergleichbaren Prinzip folgt. Das viereckige Grundelement in Verbindung mit seiner farblichen Charakterisierung bestimmt die Zusammengehörigkeit der Motiveinheiten. Martinmüller wählt das Rechteck als messbaren, absolut fügbaren Baustein seiner Schöpfungen. Diese Elemente lassen sich in durchdachter Konstruktion zu komplexen Ordnungen führen. Die Zusammen-Fügungen werden in langwierigen Studien und Versuchen entwickelt. Das Reich der Klänge, Leittöne, Zwischentöne, die am Ende entstehen, ist zwar nachvollziehbar, entzieht sich aber letztlich jeder analytischen Präzision. Das ist im experimentellen Frühwerk noch deutlicher. In einer Reihe kleinformatiger Bilder von 1970 überwiegt sogar der emotionale Zugang. Es zeigt sich jedoch bereits hier ein Streben, die mathematisch fundierte informationstheoretische Ästhetik von Max Bense ins Bild zu setzen – Martinmüller hatte immerhin bei dem »Hausphilosophen« der Konkreten Kunst studiert. Inspiriert von der Farbfeldmalerei Mark Rothkos – der möglicherweise durch seinen Tod 1970 noch mehr das Augenmerk des jungen Künstlers erregte –, schuf Martinmüller Farbraum-Miniaturen, die sich nur im Dialog von Betrachter und Werk erschlossen. In diesen postkartengroßen Acrylbildern auf schwarzem Karton lotete er das Spiel mehrerer meist durch Übermalung gedämpfter Farben aus. Die Pinselspuren beleben die Oberfläche, zerfasern nervös an den Farbfeldrändern und finden doch im Gesamtklang eine Balance, die in der sanft-melancholischen Farbwelt ein ergreifendes Pathos entfaltet, das später etwa Sean Scully im großen Stil für sich entdeckte.
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