KÜNSTLER / Kunst nach 1945
Winfred Gaul

Epitaph für Heinrich Heine, 1983
© Winfred Gaul / VG Bild-Kunst, Bonn

Winfred Gaul

Epitaph für Heinrich Heine, 1983

Mischtechnik (PVA, Holzkohle, Kreide) auf Leinwand
147 × 220 cm

verso signiert und bezeichnet
Zwei Teile à 147 × 110 cm
(GAULW/M 106)

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Es gibt nur wenige markante Zitate, die sich für eine bildnerische Umsetzung und zugleich als Widmungsarbeit eignen - Heinrich Heines Einstiegsvers aus dem Gedicht »Nachtgedanken«, den sich Winfred Gaul 1983 für ein Diptychon ausgewählt hat, gehört sicher dazu. Die zweifache handschriftliche Notation hebt an mit »Denk ich an Deutschland in der Nacht ...«, den nicht geschriebenen folgenden Vers denkt man für gewöhnlich mit (»... So bin ich um den Schlaf gebracht«). Was Gaul bewogen hat, diesen melancholischen Ausruf des in Frankreich exilierten Dichters zu zitieren ist unklar. Ob das Erscheinen des Gedichts in der Düsseldorfer Werkausgabe 1983 Anlass zu dieser besonderen Widmung bot, sei dahingestellt - lebhaft rezipiert worden ist Heine sicher in seiner Geburtstadt insbesondere im 20. Jahrhundert, kulminierend in der Benennung der Universität nach dem Dichter. Dass Gaul, der dort seit den 1950ern arbeitete, ein Jahr später - 1984 - seine Professur an die Düsseldorfer Kunstakademie antrat, ist eine zufällige Parallele. Wahrscheinlicher ist es, dass Gaul durch seine Auslandsaufenthalte und Reisen eine zuweilen auch kritische Haltung zu Deutschland entwickelt haben könnte (in derselben Zeit entstehen unter dem Eindruck Frankreichs Arbeiten aus der »Giverny«-Reihe oder als Baudelaire-Anspielung das Gemälde »Die Blumen des Bösen«). Was das Heine-Diptychon besonders macht, ist der vordergründige Schwarzweiß-Kontrast, der sich bei genauer Betrachtung als sehr viel differenzierter und malerischer erweist, sowie die feinsinnige skripturale Annäherung an den heineschen Vers. Der Verso-Beschreibung nach hat Gaul während der Entstehung mutmaßlich sein Vorhaben, ein Triptychon zu malen, zu einem Diptychon hin verändert.
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