KÜNSTLER / Kunst nach 1945
Winfred Gaul

Pinsel-Schrift, 1960
© Winfred Gaul / VG Bild-Kunst, Bonn

Winfred Gaul

Pinsel-Schrift, 1960

Öl auf Leinwand
120 × 90 cm

verso signiert, datiert und bezeichnet: Gaul 1960 15-9-60 »Pinsel-Schrift«
(GAULW/M 11)

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Literatur: Lothar Romain (Hrsg.) / Winfred Gaul: Winfred Gaul. Werkverzeichnis der Gemälde und Arbeiten auf Papier. 1949-1961, Bd. I, Düsseldorf 1991, Nr. G 271, Abb. S. 127; mit großer Farbabb. S. 77

Kurz nachdem Winfred Gaul 1959 mit seinen informellen Bildern auf der documenta II in Kassel einem internationalen Publikum bekannt geworden war, verabschiedete er sich konsequent von dieser gestisch geprägten Kunstströmung. Mit seinen sogenannten »Wischbildern« von 1959/60, die frei von assoziativen erzählerischen Elementen und spontanen Gesten sind, und den fast monochrom wirkenden Gemälden von 1961 wird eine neue Werkphase eingeleitet. Gaul ist nicht an den Bildinhalten, sondern ausschließlich an den Bildmitteln und den daraus abzuleitenden formalen Folgerungen interessiert, so schreibt er selbst: »Von daher lag die Idee vielleicht nahe, Schrift als Sprache und Zeichnung als Sprache miteinander zu verknüpfen, eins aus dem anderen entstehen zu lassen, Worte in Linien und Linien in Worte zu verwandeln, also eine Art Alchimie zu treiben. [...] Ich war zu keiner Zeit an einer Illustration sprachlicher Bedeutungen interessiert. Worauf es mir ankam, war der Prozess des Schreibens, das ja im Grunde nichts anderes ist als eine kodifizierte Form des Zeichnens und Kritzelns.« Das Gemälde »Pinsel-Schrift« von 1960, zeigt zusammen mit seiner Werkgruppe der »Farbmanuskripte« eindrücklich, wie individuell er mit den Elementen der Schrift umgeht. Gaul schreibt weiter: »Ein Text wird geschrieben, durchgestrichen, neu geschrieben, ergänzt, überschrieben, überzeichnet. Worte werden akzentuiert oder verlieren sich im Dschungel des Unleserlichen. Schrift wird mit Schrift überdeckt. Lesbares gibt Signale, Unleserliches zwingt das Auge zum Lesen. Schrift und Gekritzel bilden ein dicht verfilztes Gestrüpp, in dem das Auge umherirrt, aufgehalten, irritiert und weitergeleitet wird.«
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