Spurensuche / Positionen der Avantgarde

SINGLE Z 62, 1970
© Ludwig Wilding / VG Bild-Kunst, Bonn

Ludwig Wilding

SINGLE Z 62, 1970

Objektkasten mit Scheinbewegung
100 × 100 × 13,5 cm

verso signiert, betitelt und datiert: SINGLE Z 62 Wilding 70
(WILDIL/O 2)

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»SINGLE Z 62« gehört zu Ludwig Wildings Objekten mit Scheinbewegung, die sich den Moiré- Effekt zunutze machen, vor allem aber den Betrachter in eine aktive Rolle bringen wollen. Dazu erzeugt der Künstler in der vorliegenden Arbeit eine optische Interferenz im Räumlichen, indem er mit gebührendem Abstand ein formatfüllendes Quadrat vor vier kleineren Quadraten, jeweils mit sich optisch überschneidendem Linienspiel positioniert. Nun wird »mit hilfe der bewegung des betrachters eine bewegung simuliert, die in wirklichkeit nicht existiert. erst der betrachter erzeugt diese bewegung und gestaltet gewissermaßen selbst deren ablauf« (L. W.). Die hochkomplexen Bewegungsabläufe, die nur mit großem, kybernetischen Aufwand erzeugt werden könnten, basieren auf einfachen Überlagerungen einer Folie oder Glasplatte und einem Boden mit verschiedener Lineatur. Das bewegte Bild entsteht im Gehirn des Betrachters, der sich damit phantasievoll in den Schaffensprozess einbringt. Als wichtiger Vertreter der Kinetischen Kunst erhob Ludwig Wilding den in der Fotografie- und Reproduktionstechnik unliebsamen Moiré-Effekt zum kalkulierten künstlerischen Effekt. Mit seiner Hilfe schafft Wilding »Sehräume« (Heinz Spielmann), die einerseits innovativ sind, andrerseits aber an die alte Tradition der Malerei anknüpft – die der Raumillusion. Dass der Raum bei Wilding aus der Bewegung heraus erzeugt wird, geht auf die schwebenden Figurationen seines Lehrers Willi Baumeister zurück. Neu ist die Kategorisierung, da man die Objekte Wildings weniger bei der Malerei als bei einer Raumgrafik einordnen muss. Das Ergebnis ist mehr als Augentäuschung – es geht darum, so Spielmann, dass dank der physiologischen Gesetze die Subjektivität objektiviert wird.
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