Spurensuche / Positionen der Avantgarde

Ohne Titel, 1975
© Guy Vandenbranden / VG Bild-Kunst, Bonn

Guy Vandenbranden

Ohne Titel, 1975

Lackfarbe auf Spanholzplatte
121 × 243 cm

verso auf Etikett des Künstlers signiert
(VANDEG/M 1)

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Das in der Breite weit ausgreifende Bild von Guy Vandenbranden aus dem Jahr 1975 gehört zu den Höhepunkten im Werk des belgischen Künstlers. Nach seiner Annäherung an das Hard Edge Ende der 1960er Jahre findet Vandenbranden seinen typischen Stil. Die Farbigkeit seiner Arbeiten nimmt deutlich zu, die Handschrift tritt dagegen zurück: Die Sprühpistole ersetzt den Pinselauftrag, die Hartfaser- oder Resopalplatte die Leinwand. Eine wichtige formale Bedeutung kommt nun dem Dreieck zu, das für Dynamik sorgt. Im vorliegenden Bild dramatisiert er sie sogar noch durch eine Spektralanordnung der Farbflächen (von links schwarz – dunkelblau – grün – hellblau – blau – schwarz – rot – grau; weiter nach oben: grau – rot – schwarz – blau – grün – orange – gelb – dunkelgrün), die näherungsweise dem Verlauf des mathematischen Wurzelzeichens entspricht. Als Korrektiv fungiert ein gedachtes Quadrat bzw. der rechte Winkel, der sich aus den farbigen Waagrechtlinien am unteren rechten Bildrand und indirekt einer senkrechten Linie im Farbwechsel an der Winkelkante ergibt und dem Bewegungsdrang der Schrägen entgegentritt. Tiefe erzeugt Vandenbranden durch die schwarzen Interventionsstreifen – als Begrenzungslinie und Fläche – innerhalb der durchdachten Komposition, allerdings wird die räumliche Wahrnehmung durch die scheinperspektivische Linien verunsichert. Guy Vandenbranden begann mit figurativen Bildern unter Einfluss von Georges Rouault und James Ensor, danach ließ sich auf dem Weg in die Abstraktion von Gaston Bertrand und dem Klee-schen Werk, später dem von Piet Mondrian inspirieren. Aus dessen Geist heraus näherte sich der Künstler in den 1960er Jahren ZERO und der Op Art an. Mitte der 1970er Jahre engagierte sich der Künstler im Industriellen-Club VECU (»Verenigung voor Europese culturele uitwisseling«).
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