Spurensuche / Positionen der Avantgarde

Ohne Titel (Weiß 5-teilig), 1971
© Felix Schlenker / VG Bild-Kunst, Bonn

Felix Schlenker

Ohne Titel (Weiß 5-teilig), 1971

Lack auf Hartfaser/Holzrahmen
111 × 112 cm

verso signiert, betitelt und datiert: Felix Schlenker Januar 1971
(SCHLEF/R 4)

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In den späten 1960er und 1970er Jahren arbeitete Felix Schlenker mit seriellen Lackbildern, die bevorzugt quadratisches Format haben und aus einer, drei oder fünf gleichgroßen, aufrechten Platten bestehen, welche auf einer Grundplatte montiert sind. Der Abstand zu dieser Platte und die Schlitze zwischen den randparallel gesetzten Elementen suggerieren eine Räumlichkeit, in der die Schauseite zu schweben scheint. Verstärkt wird diese Raumwirkung noch durch die lackierte Buckeloberfläche, die minimale Licht- und Schattenseiten aufweist. Je nach Position des Betrachters und der Lichtquelle mutet das Objekt unterschiedlich an – die Eigenfarbe, die mit einem Minimum an Farbe bzw. Nichtfarbe auskommt (Weiß, Schwarz, selten Blau), changiert aus sich selbst heraus, verstärkt durch leichte Spiegelungen. Die statisch- ruhigen Arbeiten, die allein im Dialog mit dem Betrachter innerlich bewegt sind, mahnen zur Besinnung. Das Frühwerk Felix Schlenkers gehört noch in die postdadaistische Objektcollagen-Tradition in der Nachfolge von Kurt Schwitters, zu der er im Spätwerk wieder zurückkehrt. Unter dem Einfluss der Nachkriegsavantgarde – in seiner »Kleinen Galerie« konnte er nicht nur deutsche Kollegen (Romuald Hengstler, Klaus Staudt u. a.) zeigen, sondern auch internationale Größen wie Piero Dorazio – entwickelte sich Schlenker zum Protagonisten und Vermittler der Konkreten Kunst in Südwestdeutschland. Mit minimalen Mitteln schuf er fein differenzierte, in der Anlage malerisch-reliefartige Objekte, die durch Raum-, Licht- und Farbeffekte eine meditative Stimmung erzeugen, nahe an Ideen des Zen-Buddhismus. Seine Serie mit Nagel-Bildern erinnert unwillkürlich an Günther Uecker, allerdings unterscheidet er sich durch die auch hier waltende konkret-minimalistische, kontemplative Reihung von dessen freierer Rhythmik.
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