Spurensuche / Positionen der Avantgarde

Gruppe zweiteilig (Kathedrale), 1974
© Hans Salentin / VG Bild-Kunst, Bonn

Hans Salentin

Gruppe zweiteilig (Kathedrale), 1974

Aluminiumgussstücke, geschraubt, geschweißt, mit Felgensilber gesprayt auf Edelstahlplatte
91,6 × 76,5 × 149,5 cm

auf Unterseite der Edelstahlplatte signiert: Salentin; Auf Etikett bezeichnet und datiert: Hans Salentin 1970
(SALENH/O 1)

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Literatur: Kat. Köln 1975, unpag. (Abb.); W. Krüger, Kölner Stadtanzeiger 1975; Kunstforum International 3/1975, S. 37; Düren 1979, unpag.; Thomas Hirsch, Das plastische Werk von Hans Salentin. Werkanalyse und Werkverzeichnis, Phil. Diss. Heidelberg 2001, S. 290, 1974-1 (im Internet veröffentlicht)

Die erst Jahre nach Ihrer Entstehung als »Kathedrale« bezeichnete zweiteilige Skulpturengruppe auf einer Edelstahlplatte erhebt sich in perfekter axialer Symmetrie als monumentales Denkmal ihrer selbst vor den Augen des Betrachters. Sie ist dabei insofern typisch für die Plastiken des Künstlers Hans Salentin, als dass sie aus fabrizierten und vorgefundenen Maschinenteilen aus Aluminiumguss bestehen, welche allerdings durch Umformungen, präzise kompositionelle Anordnungen und die Behandlung der Oberflächen vom »Objet trouvé« zum »Objet corrigé« transformiert werden. Selten und insofern besonders ist im Werk des Künstlers die inhaltliche Bezugnahme auf einen historischen Sachverhalt, in diesem Falle der Kirchenarchitektur. Gleichwohl gehört auch diese Arbeit in die Werkgruppe der technoiden Materialkompositionen Salentins, die ab 1968 matt silbrig gesprayt sind, Raumfahrt und Technik als zentrale Motive haben und einem Leitthema verbunden bleiben – der ästhetischen Umarbeitung einer mehr und mehr von den Möglichkeiten technisch-industrieller Entwicklungen geprägten Umwelt und Gesellschaft. Das Kirchenschiff erscheint mit seiner metallischen, nach allen Seiten verschlossenen Außenhaut und den akkuraten, bündigen Verschraubungen als Raumschiff. Der Kirchturm tritt genau in seiner Mittellachse auseinander und offenbart den Zylinderblock eines Motors als inneren Antrieb.

Hans Salentin zählt zu den Gründern der ZERO-Bewegung und gehört mit seinen Reliefs aus Dachziegeln, später Zinkblechen, mit den Schlitzkästen und vollplastischen Arbeiten zu der Avantgarde der 1960er Jahre. Er fügt den progressiven Strömungen im Rheinland einen eigenen Beitrag hinzu, hat aber auch Strahlkraft nach Süddeutschland, wo er von der Stuttgarter Galerie Müller vertreten und ausgestellt wird. Der Mensch scheint in seinen Arbeiten ausgespart. Die Bandbreite der Motive orientiert sich an thematischen Komplexen: Technik und Industrie, die Weltraumfahrt und Science Fiction. Es entstehen Fahrzeuge, Stühle, technische Apparaturen, die funktional anmuten aber dysfunktional sind.
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