Spurensuche / Positionen der Avantgarde

Kinetisches Licht-Raumobjekt, 1972
© Christian Megert / VG Bild-Kunst, Bonn

Christian Megert

Kinetisches Licht-Raumobjekt, 1972

Spiegel, Transparentspiegel, Fluoreszenzröhren, Holz, Acryl, Aluminium, Motor, Gummiriemen
127,5 × 132 cm

(MEGERC/O 1)

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Das kinetische Licht-Raum-Objekt besteht aus einem Einwegspiegel, einem drehfähig installierten kleineren Spiegel in der Mitte und seitlich je zwei in die Senkrechte gestellte Leuchtstoffröhren, dazwischen ein Spiegel – das alles in einem Holz-Aluminium-Gehäuse mit rückseitigem Motor samt Antriebsriemen. Was so einfach gebaut ist, lässt im Auge des Betrachters eine unendliche Szenerie sich entfalten, in der sich nicht nur wie in einem barocken Spiegelsaal Licht und bewegter Spiegel endlos brechen, sondern auch noch der Betrachter selbst mit hineingezogen wird. Das Objekt ist ein vollendeter Inbegriff der ZERO-Idee, derzufolge die Kunst einen Neuanfang nimmt – dabei verzichtet es ganz im strengen Sinn von ZERO vollständig auf Farbe –, zugleich rührt Megert damit an der historischen Idee des Gesamtkunstwerks, wenn auch mit minimalistischen Mitteln, das Kunst und Leben, Bewegung und Licht, Spontaneität und Reglement in Einklang bringt: »ich will einen neuen raum bauen (…), in dem alles lebt und zum leben aufgefordert wird, der gleichzeitig ruhig und laut, unbewegt und bewegt ist. (...) er soll überall erreichbar sein, auf kleinster fläche oder groß, wie eine stadt, ein land, oder gar ein gedanke.« Von dieser Arbeit fertigte Megert auch ein kleineres Multiple von 50 x 57 cm Umfang und 13 cm Tiefe. Zwischen seinen informellen Bildern der 1950er Jahren und dem programmatischen Statement zum »neuen Raum« 1961 liegen Welten, welche die Bedeutung Christian Megerts für die europäische Kunstgeschichte hervorheben: Er war einer der ersten Künstler, die den Spiegel bewusst in ihre Arbeit integrierten. »wenn sie einen spiegel gegen einen spiegel halten, finden sie einen raum ohne ende und grenzen, einen raum mit unbeschränkten möglichkeiten, einen neuen metaphysischen raum.« Beteiligungen an Ausstellungen der ZERO-Bewegung und der niederländischen Gruppe »nul« zeigten Megert als Pionier der kinetischen Kunst, für die documenta 4 entwarf er 1968 einen begehbaren Unendlichraum durch Boden und Deckenverspiegelung.
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