Spurensuche / Positionen der Avantgarde

Mod. A.I, 1971
© Edgar Hofschen / VG Bild-Kunst, Bonn

Edgar Hofschen

Mod. A.I, 1971

Mischtechnik auf Leinwand
200 × 260 cm

verso auf Leinwand betitelt, signiert und datiert: Mod A.I Hofschen 71
(HOFSCE/M 1)

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Das Werk »Mod A. I« – der Titel steht für ›Modifikation‹ mit einer Ordnungsnummer – ist wohl die erste Arbeit dieser Reihe, zumindest im Entstehungsjahr. Über einer Zeltleinwand entfaltet sich ein röhrenartiges Gebilde, links am Rand aufsteigend, um dann im gebogenen rechten Winkel über die Bildmitte hinweg geführt zu werden, bevor es in steilem Knick abwärts so abrupt endet, wie es auf der anderen Bildseite aus dem Nichts hervorgegangen ist. In seiner Dinglichkeit bleibt das Rohrobjekt vage, evoziert etwas Verbindendes, zugleich aber auch Trennendes: Es scheint zwischen Betrachter und grob bearbeiteter, ja traktierter Leinwand positioniert zu sein. Stoffnähte, hinterklebte Durchbrüche, welche wie notdürftig geflickt aussehen, neben kleinen Schlitzen und Schnittlöchern im Material vermitteln den Eindruck des Verletzt- und Auf-sich-selbst-bezogen-Seins. Der mutmaßlich ölhaltige Auftrag, die Kohlespuren u. ä. verweigern sich darüber hinaus jeglicher Farbigkeit, welche auf eine Bildimmanenz verweisen könnte. Dadurch verliert letztlich das motivliche Detail seine Identifizierbarkeit, da es in eine materiell greifbare, aber absolut autonome Welt an sich gehört, welches zwar als Faszinosum unser Interesse weckt, aber befremdend bleibt. Edgar Hofschen ging erst wissenschaftlichen Studien nach, bevor er sich professionell der Malerei widmete. Doch noch vor seinem Kunststudium war er als autodidaktischer, konzeptionell suchender Landschaftsmaler zur Arbeit mit Zeltleinwänden, später dann mit Segeltuchflächen übergegangen. Die Bedeutung des Materials stellte er bereits früh über die malerischen Mittel, was er auf die Formel brachte, dass die Spannmomente der Leinwand mit den Spannungsmomenten des weitgehend abstrakten Motivs zusammenfielen. Klaus Honnef bezeichnete diese Kunst als »analytische« bzw. »geplante Malerei«, die auf der sog. Conceptual Art aufbaut. Malen setzt Hofschen gleich mit Denken: »Wenn jemand sagt, das Bild ist schön, habe ich etwas falsch gemacht.«
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