Spurensuche / Positionen der Avantgarde

Ohne Titel, 1973
© John Pearson / VG Bild-Kunst, Bonn

John Pearson

Ohne Titel, 1973

Öl auf Leinwand
257 × 257 cm

(PEARSJ/M 1)

€ 16.500
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Das monumentale Bild von John Pearson überwältigt allein schon durch seine Größe. Die ans Psychedelische grenzende äußere Kreis- und die in den Kreis eingeschriebene, in sich ruhende Quadratform machen es aber auch zu einem farblichen Höhepunkt konstruktiver Kunst. In unterschiedlich breiten Streifen, bestehend aus lebendigem Gelb und frischem Orange, legte Gayor ein Format an, das durch den Wechsel ins Quadrat eine überraschende Wende nimmt: Die Dynamik wird abgebremst, von rot-weißen Diagonalen in eine eher statische Rhythmik gebracht, in der das vielfach gebrochene Quadrat aus komplementärem Rot und Grün zum Kernbereich einer beeindruckenden Farbvibration wird. Über das farbsinfonische Erscheinungsbild hinausgehend, spielt Gayor hier auch mit Sinnestäuschungen, indem er einerseits die rot-grüne Quadratur in der Anordnung ›stört‹, andrerseits in das kopfstehende Quadrat kaum sichtbar ein kleineres Quadrat mit vier Binnenquadraten integriert: Innerhalb des zunächst dominierenden Kreises, dessen Leuchtkraft vergessen lässt, dass er eine quadratische Leinwand ausfüllt, fragmentiert Gayor die zentralen Vierecke in vielfältigen Variationen. Spürbar ist eine unbändige Lust an der Quadratur des Kreises, die Arbeit evoziert allerdings auch kosmisch-astrologische bis hin zu südasiatischen Mandala-Strukturen.

ohn Pearson setzt in seinem Werk bei Mondrian und den Konstruktivisten an. Seit den 1960er Jahren nutzte er mathematische Systeme und PC-Programme, mit deren Hilfe er geometrische Kompositionen im Geiste des Hard-Edge entwarf. Kreise und Ellipsen prägen seine Arbeiten, mit denen er auf expressive und emotionalisierte Tendenzen reagierte. Dennoch ist ihm die subjektive Erfahrung nicht unwichtig gewesen: "Was zählt ist, wie die Arbeit nach ihrer Vollendung aussieht... Ich hoffe, dass meine Gemälde die Betrachter langsam verführen." Das spätere Werk sucht eher die Spiritualität in der Natur als die Erkenntnisse des Computers.
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