Spurensuche / Positionen der Avantgarde

Strait, 1965
© Robyn Denny / VG Bild-Kunst, Bonn

Robyn Denny

Strait, 1965

Acryl auf Leinwand
152,4 × 122 cm

verso auf Keilrahmen mit Blei signiert, betitelt und datiert: ROBYN DENNY STRAIT 1964-65; Etiketten: ROBERT ELKON GALLERY, New York; Würrtembergischer Kunstverein, Stuttgart; Kasmin Limited, New York; Galerie Müller, Stuttgart
(DENNYR/M 2)

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Das Bild »Strait« von Robyn Denny aus dem Jahr 1965 ist – bei beiläufiger Betrachtung – an Unauffälligkeit kaum zu überbieten: eine dunkelgrau bemalte Leinwand mit einem symmetrisch angelegten, hoch aufragenden, wie in einem geometrischen Irrgarten angelegten, hellgrau gefassten Linienspiel, deren Binnenräume in dunklem Blaugrau gehalten sind. Die matten Farbnuancen sind so subtil gesetzt, dass man sich frontal auf das Gemälde einlassen muss, um sie erfahrbar zu machen. Die Assoziation einer Türe ist nicht abwegig, führt aber weder weiter noch zurück, auch wenn sie einen Raum erst imaginieren würde – er bliebe jedoch vage, ortlos. Im Zeit-Raum-Kontinuum ist der dargestellte Zustand der einer Beginn- und Orientierungslosigkeit: ein modernes Gefühl sprachloser Distanz. »Auf jeden Fall ist das Schweigen der Bilder nicht stumm, ihre Transparenz nicht leer.« (R. D.) Das 1965 datierte Gemälde »Strait« entstand in dem Jahrzehnt, das heute als wegweisende Schaffensphase von Denny gilt. Die Betitelung »Strait« spielt zum einen wortwörtlich auf die zentral auf der Bildfläche dargestellte labyrinthische Situation an und statuiert zum anderen ein künstlerisches Hauptanliegen Dennys, das sich durch eine nuanciert abgestufte Auswahl von entgegengesetzten Farben auszeichnet. So wirkt das Bild aus der Ferne betrachtet nahezu wie eine Ton-in-Ton-Malerei, die sich erst in der Frontalansicht auflöst. Diese harmonische Farbgestaltung wird lediglich durch das für den Umraum verwendete dunkle Grau im Kontrast zu dem matt gehaltenen, Oliv gefassten, wiederum vom dunklen Blaugrau des Musters gebrochen, welches aufgrund seiner anmutenden Ornamentik eine mystische Ebene eröffnet. »Auf jeden Fall ist das Schweigen der Bilder nicht stumm, ihre Transparenz nicht leer.« (R. D.) Der englische Maler Robyn Denny gehört zu derjenigen legendären Gruppe von britischen Künstlern, die der Kunst Großbritanniens gegen Ende der 1950er Jahre bereits zum internationalen Rang verhalfen. Geprägt von der populären Kultur und von US-amerikanischen Filmen arbeitete Denny zunächst im Stil des Abstrakten Expressionismus, verließ diese Richtung 1959 jedoch zugunsten einer minimalistischeren, sich immer mehr der geometrischen Formensprache verpflichtenden Malerei. So avancierte er bereits Ende der 1950er Jahre zu einem frühen Wegbereiter und späteren Hauptvertreter des sich gerade durchsetzenden Hard-Edge, der so genannten Malerei der harten Kanten. 1973 war er der jüngste Künstler, dem jemals eine Retrospektive in der renommierten Tate Gallery in London gewidmet wurde. 1981 hielt sich Denny für mehrere Jahre in Los Angeles auf und kehrte erst in den 1990er Jahren nach London zurück.
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