Lambert Maria Wintersberger / Die Realität des Abbilds

VERSPANNUNG, 1968
© Lambert Maria Wintersberger / VG Bild-Kunst, Bonn

Lambert Maria Wintersberger

VERSPANNUNG, 1968

Acryl auf Leinwand
175 × 170 cm

verso signiert, datiert und betitelt: L.M. Wintersberger 68 VERSPANNUNG
(WINTEL/M 11)

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Erstmals sorgte Lambert Maria Wintersberger, der seit 1964–68 in Berlin lebte und dort teilweise mit Markus Lüpertz ein Atelier teilte, in der Öffentlichkeit für Aufmerksamkeit mit Werken, in denen er scheinbar zusammenhanglos bis zur Unkenntlichkeit vereinfacht Körperteile in einem glatten Farbauftrag auf der Bildfläche miteinander in Verbindung setzte. Seine immer mutiger werdenden Bildausschnitte erregten, in Kombination mit Motiven, die in ihrer collageartigen Verknüpfung gezielt Verfremdungen herbeiführen, gegen Ende der 1960er Jahre, aufgrund der entstellend und verfremdend wirkenden Verspannungen, Quetschungen und schnittscharfen Zerteilungen von Gliedmaßen seiner Figurationen, gesteigertes Aufsehen. Erst beim genauen Betrachten sind die Ursachen und Folgen der im Bildzusammenhang dargestellten Qualen und Leiden wahrnehmbar, die durch ihre malerisch versierte und perfektionierte Malweise überhöht wirken. Ebenso spiegelt der in mattiertem, ohne erkennbaren Pinselduktus erscheinende tonige Farbauftrag ein makellos erstrahlendes Äußeres wider, das die thematische Komponente des Schmerzes wie Make-up überdeckt. Wintersberger gelingt es auf seine einprägsame Art die Gegensätzlichkeiten zur simultanen Entfaltung zu bringen und dem vermeintlich »schmerzhaften« Ausdruck nicht nur zur Neutralisierung, sondern geradezu zur »schmerzfreien« Ästhetisierung zu verhelfen. Mit dieser Werk-phase festigte er unbestritten seine Position in der deutschen Pop Art-Bewegung, die 2014 die Frankfurter Kunsthalle Schirn zur Aufnahme seiner Werke in die wegweisende Ausstellung »GERMAN POP« veranlasste.
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