KÜNSTLER / Zeitgenössische Kunst
Luzia Simons


Verfügbare Werke
Luzia Simons
1953geboren in Quixadá, Ceará / Brasilien
1978Universitätsabschluss in Geschichte, Paris VIII, Vincennes
1984–86Studium der Bildenden Kunst, Paris I, Sorbonne
1986Umzug nach Stuttgart
1996Beginn der »Stockage«-Reihe
2008Umzug nach Berlin
2013/14Segmentos, Ausstellung in der Pinacoteca de Estado de São Paulo, Brasilien
2016Stockage – vanitas rerum, Ausstellung in Paris, Archives nationales – cour d’honneur de l’hôtel de Soubise
 
 lebt und arbeitet in Berlin
Die in Berlin lebende Brasilianerin Luzia Simons ist eine Pionierin in der Entwicklung des Scannogramms – einer noch jungen, digitalen Medientechnik, die Elemente der Malerei und der Fotografie miteinander verbindet. Das Ergebnis ihrer Arbeit ist jedoch weder der einen noch der anderen Sparte zuzuordnen.
Die Künstlerin, die lange Jahre in Stuttgart lebte und arbeitete, kam über das Studium in Paris nach Deutschland, wo sie sich dem kulturellen Austausch und der Migrationsthematik widmete. Berühmt wurde sie durch ihre monumentalen Darstellungen von Tulpen, die sich am Goldenen Zeitalter der niederländischen Malerei orientieren. Die Arbeiten sind irritierend schön, nicht nur wegen der floralen Motive, sondern wesentlich durch die kompositionelle Inszenierung, die inhaltliche Opulenz und die dahinter stehende Technik – Simons selbst spricht von »Digitalem Barock«. Das Nebeneinander der optisch abgetasteten Punkte erlaubt eine flächendeckende Tiefenschärfe, die fotografisch nicht herzustellen ist. Darüber hinaus folgt die Komposition weniger den Gesetzen der Tafel- als der Hinterglasmalerei, was den Betrachter verunsichert: Da die Blumen resp. Pflanzen auf dem Scanner drapiert werden, muss die Künstlerin von unten nach oben, sprich im Ergebnis von hinten nach vorne arbeiten. Anders als die meisten Stillleben-Künstler unserer Zeit erhebt Luzia Simons zudem einen sozialen, kulturhistorischen Anspruch: Die Bildspeicher – so muss man die Arbeiten aus der Serie »Stockage« deuten – sammeln Informationen über bestimmte Pflanzen, die als Botschafter im »Transfer durch die verschiedenen Kulturen«, so Simons, fungieren. Dies verbindet die Pflanzenmotive, ob sie nun den vielfältigen Formen der Tulpen- oder Chrysanthemenspezies entstammen, welche bekanntlich fernländische Wurzeln haben: Einst im Orient gezüchtet, kam etwa die als »holländische« Tulpe geschätzte Blume vergleichsweise spät nach Europa, um dort zum Inbegriff eines aufblühenden Handels und des nachfolgenden wirtschaftlichen Absturzes zu werden. Dass der überbordenden Blüte und vitalen Vegetation die morbide Seite der Vergänglichkeit zur Seite gestellt ist, ist ein Tribut an die Wirklichkeit und das Leben – und zugleich ein Reflex auf die Vanitas-Vorstellung, die insbesondere im 17. Jahrhundert das Denken prägte. Luzia Simons ermöglicht der Phantasie Räume, in denen der Betrachter grenzenlos und zeitvergessen spazieren kann. 
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