KÜNSTLER / Zeitgenössische Kunst
Thomas Putze


Verfügbare Werke
Thomas Putze
Thomas Putze, Foto: Kai Fischer
1968in Augsburg geboren
1991–93Theologiestudium in Wuppertal
1994–98Freiberufliche Tätigkeit als Illustrator und Musiker,
1997Studium der Malerei an der FKS in Stuttgart
1998–2003Studium der Bildhauerei an der Staatlichen Kunstakademie in Stuttgart bei Werner Pokorny und Micha Ullman
2005–2006Landesgraduiertenstipendium
 Seither freiberuflicher Bildhauer mit Atelier in Stuttgart
Seit 2015Lehrauftrag für Zeichnung und Bildhauerei an der
 Freien Kunstakademie Nürtingen
 
 Werke in öffentlichen Sammlungen
 Staatsgalerie Stuttgart, Forum Kunst Rottweil, Sammlung LBBW, Edwin Scharff Museum Neu-Ulm, Sammlung Kreissparkasse Rottweil, Museum Biedermann, Donaueschingen, Galerie der Stadt Delmenhorst, Galerie der Stadt Ostfildern
Aus einem Interview mit Günter Baumann
GB: Was ist zuerst bei deiner Bildfindung: die Idee oder das Material? 
TP: Oft gibt ein Fundstück den Anstoß zu einer Arbeit, wobei die dadurch angeregte Vorstellung schnell unter den ersten Schnitten oder Hieben wie ein Vogel auffliegt und verschwindet. Materialien und der bildhauerische Prozess sind extrem eigenwillig und ich wundere mich oft, wohin sich unter meiner Hand die Figur entwickelt. Mehr noch als den Ideen verdanke ich der Ratlosigkeit, die den Kopf für die Ideen öffnet, die ich nicht selber habe. Trotzdem habe ich manchmal auch zuerst eine Idee in Form einer Skizze und suche mir dafür ein Material, aber wenn dann statt dem intendierten stoischen Graureiher ein besoffener Marabu rauskommt, kann ich schon froh sein. Ich hatte auch schon den Fall, dass aus einem Elefant eine Maus geworden ist, genau genommen eine etwas schwergewichtige Rüsselmaus. Da bin ich am Ende natürlich besonders beglückt, etwa so wie in der Begegnung mit einem Menschen, der sich im Laufe des Gesprächs als viel interessanter und vielschichtiger erweist, als am Anfang. Leider passiert manchmal auch das Gegenteil. Da muss man sich dann irgendwie rauswinden. (Wobei der Vorteil bei nichtssagenden Holzskulpturen ist, dass man sie einfach zerhacken kann.)
GB: Siehst du dich als Tierplastiker oder: menschelt es doch eher bei all den Pinguinen, Eisbären usw.? oder ist der Mensch selbst ein Tier?
TP: Jedes künstlerisch gestaltete Tier ist schon ein vermenscheltes, weil wohl sonst kein Lebewesen auf diesem Planet auf die Idee käme aus Bronze ein Pferd oder etwa aus einem Holzstamm und einem Türscharnier ein Klappschwein zu machen. Als Mensch kann ich ja nur menschliches wiederkäuen und ausspucken. Da ich aber allein mit uns Menschen verzweifle, rette ich mich zu den Tieren, etwa indem ich sie abzeichne, dann kommen sie in meine Kunst und holen mich aus der drögen Selbstumkreisung heraus, erklären und heilen so manches. Ein Tier sind wir bestimmt nicht, sonst wären wir nicht so zuverlässig unzufrieden. Da haben wir noch ein Stück Entwicklung vor uns, oder schon hinter uns und wir haben uns unmerklich selbst überholt... keine Ahnung warum die Tiere so viel mehr mit dem Dasein versöhnt sind und vielleicht deswegen ihre körperliche Gestalt so überzeugend ist. Ich kann mich daran jedenfalls nicht satt sehen.
GB: Humor findet man nicht oft in der Kunst - wie ernst nimmst du sie?
TP: Ich glaube, wer das Leben nicht als Witz sieht, kommt automatisch zum Humor. Ich will nicht über einen nicht ernst zu nehmenden Ernst das Vakuum füllen, genauso wenig wie durch krampfhaften Spaß. Gerade weil ich mein Dasein und die Menschen ernst nehme, kommt der Humor als wunderbares Kommunikationsmittel zu Hilfe. Die Kunst sollte sich nicht aufblasen und ein quasireligiöses Schuhu veranstalten, sondern lebenswirkliche Substanz bieten und mir ist nicht klar, wie das ohne Lachen gehen soll. 
 
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