KÜNSTLER / Zeitgenössische Kunst
Jürgen Brodwolf


Verfügbare Werke
Jürgen Brodwolf
Foto: Gottfried Junker
1932in Dübendorf bei Zürich geboren
1948-52Ausbildung als Zeichner/Lithograph
1950-52Kunstgewerbeschule Bern
1953-54Aufenthalt in Paris
1955-60Tätigkeit als Fresko-Restaurator
1959Entdeckung der Tubenfigur
1961-68Alljährliche Aufenthalte in Berlin
1968Stipendium der Akademie der Künste, Berlin
1975Kunstpreis der Böttcherstrasse, Bremen
1976-82Professur für Zeichnen an der Fachhochschule für Gestaltung, Pforzheim
1977Teilnahme an der documenta VI, Kassel
Ab 1980alljährliche Aufenthalte in Vezia, Tessin
1981Hans-Thoma-Preis des Landes Baden-Württemberg
1982-94Professur für Bildhauerei an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste, Stuttgart
1982Teilnahme an der Biennale Venedig: Aperto 82
1986Kunstpreis der Stadt Darmstadt
1989Kunstpreis der Stadt Stuttgart
1991Theaterinstallation zu "Die Siamesischen Zwillinge" von Christoph Klimke, Uraufführung, Schauspielhaus Dortmund
1992Aufenthalt bei Egmond aan Zee
1993Kunstpreis der Künstler, Düsseldorf
1995Umzug von Vogelbach nach Kandern in das ehemalige Städtische Krankenhaus, das zur neuen Kunst-, Arbeits- und Lebensstätte wird
2005Gründung der Jürgen Brodwolf Stiftung Kandern
2008Artist in residence, Künstlerhaus Lukas, Ahrenshoop
2011Erich-Heckel-Preis, Freundeskreis des Künstlerbundes Baden-Württemberg
 Lebt und arbeitet in Kandern (Schwarzwald)
Jürgen Brodwolfs seit Ende der 1950er Jahre entwickeltes bildhauerisches Prinzip der sogenannten »Tubenfigur« siedelt sich jenseits traditioneller Material- und Formgebung an. Der zunächst als informeller Maler und Restaurator tätige Jürgen Brodwolf hat sich ab Ende der 1950er Jahre hauptsächlich der plastischen Gestaltungssprache verschrieben und zählt zu den wichtigsten Vertretern figuraler Kunst. Sein eigenständig ausgebildetes bildhauerisches Prinzip entwickelt sich jenseits traditioneller Material- und Formfindungen. Indem er dieses bildhauerische Prinzip in den ideenreichsten Variationen, Modulationen und Kombinationen anwendet, gelingt es ihm, sein zentrales Anliegen auf vielschichtige Weise zu formulieren. Brodwolf hat bereits 1959 zu seinem verbindlichen plastischen Figurentypus gefunden, welcher seinen Ausgang in der »Tubenfigur« genommen hat und sich fortan durch sein Gesamtwerk zieht. Allen seinen Arbeiten wohnt der bildnerische Kerngedanke der stetigen Veränderung und ständigen Verwandlung inne. Der wiederkehrende Einsatz von torsohaften Figuren, der auf einer ehemals inspirierenden Eingabe während des kreativen Umgangs mit ausgedrückten Farbtuben basiert, beweist Brodwolfs äußerst einfühlsame Herangehensweise, da er in ihren Formungen einen bestimmten Grad an Abstraktion des menschlichen Körpers erkannt hat. Der sich durch diesen neuartigen Ansatz eröffnende Kosmos an unbegrenzten form-gestalterischen Möglichkeiten mündet schon bald in weiterführende Werkzyklen.

Im Verlaufe der 1960er Jahre entdeckt er zunächst neue Werkstoffe und reichert seine »Tubenfiguren« mit gesammelten Fundstücken an, die er oftmals in bühnenartige Kontexte einbettet oder zu miteinander kommunizierenden Figurenszenen ausbaut. Parallel dazu führt er seine plastischen Ausformungen durch die Verwendung von den verhältnismäßig weichen Metallen Zinn und dünn gewalztes Bleiblech in größer werdenden Dimensionen aus. Brodwolfs zeitlebens ungebrochene Experimentierfreudigkeit regt ihn dazu an, seine Figuren zusätzlich mit Papier und Pappmaché zu formen, bevor er sich seit Beginn der 1970er Jahre dem damals in der Bildhauerei noch wenig gebräuchlichen textilen Gewebe zugunsten einer Steigerung des stofflichen Ausdrucks bedient. Zunächst nutzt er alte Leinwände, um daraus seine Figuren nach dem Scherenschnitt-Verfahren auszuschneiden, die er anschließend auf teilweise unkonventionellen Bildträgern anordnet. Die daraus entstehenden Reliefbilder drücken den zerbrechlichen Charakter dieser leinernen Silhouetten aus. Die Schutzbedürftigkeit alles Lebenden wird durch das stoffliche Material im Sinne einer Sicherheit spendenden Umhüllung auf einprägsame Weise artikuliert. Indem er anfängt, seine Figuren aus Pappschablonen zu fertigen, diese anschließend mit Gaze umwickelt und in noch aufgeweichtem Zustand formt, nähert er sich kontinuierlich vollplastischen Lösungen an. Die fließenden Strukturen und die haptische Ausstrahlungskraft sowie die taktile Präsenz seiner umwickelten Figuren sind zu individuellen Wiedererkennungsmerkmalen Brodwolfs plastischen Formensprache geworden.
 
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