Von Hölzel zum Bauhaus

Zwei Maler, 1941
© Oskar Schlemmer / VG Bild-Kunst, Bonn

Oskar Schlemmer

Zwei Maler, 1941

Öl und Bleistift auf Ölpapier
44,4 × 29,2 cm

(SCHLEO/M 9)

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entstanden mit einer Serie von Studien zum Thema »Der Maler«, im Zusammenhang mit der Bemalung eines Lackschränkchens 1941
Provenienz: Sammlung Heinz Rasch, Wuppertal
Ausstellungen: Oskar Schlemmer. Spätwerke 1935–1942, Kunst und Museumsverein Wuppertal 1963, Staatliche Kunstsammlungen Kassel 1963; Oskar Schlemmer. Das Lackkabinett, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1987 / Hamburger Kunsthalle 1988 / Galerie der Stadt Stuttgart 1988 / Museum Wiesbaden 1989
Literatur: Ausst.Kat. Oskar Schlemmer. Spätwerke 1935–1942, Kunst und Museumsverein Wuppertal 1963 / Staatliche Kunstsammlungen Kassel 1963, Karin von Maur, Oskar Schlemmer. Œuvrekatalog der Gemälde, Aquarelle, Pastelle und Plastiken, München 1979, Nr. G 433; Kat.Nr. 54; Ausst.Kat. Oskar Schlemmer. Das Lackkabinett, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1987 / Hamburger Kunsthalle 1988 / Galerie der Stadt Stuttgart 1988 / Museum Wiesbaden 1989, S. 20, Abb. 8; Künstlerfreundschaften. Willi Baumeister – Julius Bissier – Oskar Schlemmer, Galerie Schlichtenmaier, Grafenau 1998, Nr. 72; Oskar Schlemmer. Visionen einer neuen Welt, Ina Conzen, Stuttgart 2014, S. 148

1937 als »entartet« diffamiert, war Oskar Schlemmer 1938/39 gezwungen, seinen Lebensunterhalt mit Anstreichertätigkeiten zu verdienen. Erst die mäzenatische Unterstützung des Wuppertaler Fabrikanten Kurt Herberts ermöglichte 1941/42 die Wiederaufnahme der Malerei. Schlemmer arbeitet in dieser Zeit für die Lackfabrik Herberts. In seinem Aufgabenbereich, die Lackfarben für künstlerische Anwendungsmöglichkeiten zu erproben und ihre Qualität weiterzuentwickeln, entdeckt Schlemmer bald eine Quelle der Regeneration für seine Kunst. Die im Frühjahr 1941 entstandene Arbeit »Zwei Maler« wurde im Zusammenhang mit der Bemalung eines Lackschränkchens verwirklicht. Das Lackschränkchen selbst wurde im Krieg zerstört. Für die Türen des Lackschränkchens konzipiert Schlemmer ein dem Tagesbetrieb der Fabrik entlehntes Thema, Lackmaler bei der Arbeit, das er zugleich dem Alltäglichen enthebt und in eine sinnbildhaft überhöhte Darstellung überführt. Die übersteigerte Stilisierung der Haltung und Gestik der Figuren haftet etwas Bühnenmäßiges an sich. Aus dem dunkel lackierten Grund tauchen als »leuchtende Inseln« (Karin von Maur) die an die Ränder der Bildfläche gerückten Körper zweier Figuren auf, so als seien sie von einem flackernden Licht angestrahlt und das Ganze ein Ausschnitt aus einem geschäftigen Vorgang. Die linke, als Halbfigur die gesamte Bildhöhe einnehmende Gestalt hält in ihrer linken Hand den Malstock. Vom linken Bildrand stößt der Pinsel zielstrebig in den Bildraum und verleiht dem Werk Kraft und Dynamik. Der Kopf der linken Figur ist, im Profil gesehen, präzise in die obere linke Ecke eingepasst. Der weiche Schwung der dünnen Ölfarbe und der weiche, wattige Farbauftrag von Violett und warmem Orange-Rot nehmen der Gestaltung jede konstruktive Strenge. Auf die Breite des rechten Bildviertels beschränkt bleibt die, da kleinere, im Hintergrund erscheinende Figur in Rückenansicht. Streng in ein Hochrechteck eingeschrieben hält sie in ihrer körperparallel herab geführten linken Hand ein ebenfalls hochrechteckiges Gefäß, ein Behältnis für Öl, Farbe oder Terpentin, ein Utensil, welches materielle Grundlage für den Schöpfer der Gemälde ist. Das Gemälde »Zwei Maler« verbindet in ausgewogener Harmonie die Pole des Schlemmerschen Gestaltungswillens. Beruhigt durch die Reduktion auf zwei Figuren und durch die Dominanz der Farbe Blau und Türkis werden Stille und die Atmosphäre einer Traumwelt mit geometrischer Präzision und strenger Berechnung in Synthese gebracht.
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