Volker Blumkowski / Querbeet, oder: Gibt es ein Thema?

Aus der Serie »Auf der richtigen Seite« (Triptychon), 2018
© Volker Blumkowski /

Volker Blumkowski

Aus der Serie »Auf der richtigen Seite« (Triptychon), 2018

Ölfarbe auf Leinwand
145 × 300 cm

verso signiert und datiert
(BLUMKV/M 61)

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Foto: Frank Kleinbach, Stuttgart

Die Menschen sehen, so könnte man vor dem Triptychon aus der Serie »Auf der richtigen Seite« von Volker Blumkowski meinen, den Wald vor lauter Bäumen nicht: Die zwei Männer sind emsig bemüht, farbige Kistchen, darunter auch vogelhausähnliche Gehäuse, an den Bäumen festzumachen – ein völlig absurdes Unterfangen, das noch dadurch unterstrichen wird, dass eine Unmenge weiterer Kisten auf dem Waldboden ausgestreut liegen, die in ihrer Größe kaum an den Birkenstämmen angebracht werden könnten. Das eingangs formulierte Sprichwort passt nur zu gut in dieser Situation: Von dem Dichterphilosophen der Aufklärung Christoph Martin Wieland vielfach belegt, bedeutet es, dass man sich in Einzelheiten verzettelt und das Ganze nicht mehr überblickt. »Es ist als ob die närrischen Menschen den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen könnten; sie suchen was ihnen vor der Nase liegt, und was sie bloß deswegen nicht finden, weil sie sich in einer Art von Schneckenlinie immer weiter davon entfernen.« (Wieland) Volker Blumkowskis Protagonisten sind Menschen unsrer Zeit, die durchaus aktiv am alltäglichen Leben teilnehmen, die aber kaum verstehen, warum sie das tun, was sie tun – ein ironischer Seitenblick auf die Moderne, die sich durch die Globalisierung und Digitalisierung derart verwickelt hat, dass es unmöglich erscheint, die Welt in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Dies zu konstatieren, ist eine Aufgabe des Künstlers, eine andere ist es, darauf mit seinen Mitteln zu reagieren: Blumkowski macht aus dem Thema ein Fest für die Augen, begegnet der fatalen Realität mit farbenfrohem Optimismus. Dies ist aber kein Selbstzweck oder l’art pour l’art, wie man an dem labilen Kistenturm sieht, auf dem einer der Männer steht. Dazu kommen Perspektivirritationen, Unschärferelationen an den Rändern bis hin zur Abstraktion und ein geheimnisvoll dichtes Hintergrundrauschen in einer Farbtönung, die einen magischen Raum eröffnet, welcher den zentralen Hyperrealismus romantisch verklärt.
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