Volker Blumkowski / Querbeet, oder: Gibt es ein Thema?

Aus der Serie »Weniger Siegfried«, 2010
© Volker Blumkowski /

Volker Blumkowski

Aus der Serie »Weniger Siegfried«, 2010

Gouache
40 × 30 cm

signiert und datiert u. r.: Blumkowski 9 - 10
(BLUMKV/M 43)

€ 4.200
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Die Serie »Weniger Siegfried« spielt auf den Heldenmythos der Nibelungen an, dessen Zeit vorbei zu sein scheint. Konkret geht der Titel auf eine Aussage des Schweizer Künstlers Hans Rémond, der das Werk seines deutschen Kollegen zwar als deutsch einstufte, allerdings mit »weniger Siegfried«, sprich ohne allzu deutsche Allüren. Nicht ohne Pathos propagiert Volker Blumkowski den nicht minder erhabenen Augenblick einer eher banalen Realität, die uns genügend Rätsel aufgibt, um einer Darstellung würdig zu sein. »Weniger Siegfried« aus dem Jahr 2009/10 rüstet den Heroen ab, er steht in einfachem T-shirt und Hose da, nur teilweise angezogen, wenn man sieht, dass ihm ein Schuh fehlt. Das ist irritierend genug, um darin mehr als Zufall zu sehen: In der Traumdeutung steht ein einzelner Schuh für Verlustängste, Einsamkeit, das ausdrückliche Fehlen eines Schuhs wird mit festgefahrenen Situationen in der Wirklichkeit in Verbindung gebracht. Als Maler spielt Volker Blumkowski zugleich mit der Bedeutung einer solchen Symbolik - und kehrt die Bilder regelrecht um: Vordergründig mag man die symbolischen Welten spüren, hintergründig kokettiert der Künstler mir der Erkenntnis, dass alles nur gemalt ist. So scheint sich der unheroische Siegfried - es ist nur scheinbar ein Selbstporträt - weniger über den fehlenden Schuh zu wundern als über die weiße Scheibe in seiner Hand, die offenbar Teil mehrerer gemalter Kreisflächen ist, die hinter ihm die Wand zieren. Die Ratslosigkeit, die dem Mann ins Gesicht geschrieben steht, rührt also da her, dass er von einem personalen Erzähler ›in die Welt‹ gesetzt wurde, ohne dass ihm als rein fiktiver (Kunst-)Figur gesagt worden sei bzw. werden konnte, wie in der symbolischen Welt der Kunst und der Mythen agiert werden soll. Allein der Zweifel, ob er die symbolische Ebene (fehlender Schuh) oder die malerische Logik (Kreis in der Hand) hinterfragen muss, lässt ihn indirekt wieder zur mythischen Figur werden, für die zwar keine Heldentaten anstehen, dafür aber banale Tätigkeiten bedeutsam werden.
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