Thomas Lenk & Friends

Übermalung, 1961
© Arnulf Rainer / VG Bild-Kunst, Bonn

Arnulf Rainer

Übermalung, 1961

Mischtechnik auf Karton
46 × 35 cm

signiert, datiert und bezeichnet u. r.: »Rainer 61 02 übermalte Radierung zur Mappe Nr. 9«
(RAINEA/M 2)

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Mit seinen Übermalungen wurde Arnulf Rainer weltberühmt, kämpfte aber lange um Anerkennung. Im Jahr 1961, als dieses Blatt entstand, wurde er in Wolfsburg verurteilt, weil er ein preiswürdiges Werk übermalt hatte. Teils übermalte er eigene Arbeiten, teils fremde Werk, zuweilen wurden ihm von Kollegen - die ihm damit aus finanziellen Engpässen heraushalfen - auch Bilder überlassen, damit er sie auch übertünchen konnte. Im vorliegenden Bild wird die vielschichtige Ästhetik deutlich. Die Radierung, die als solche unter Rainers Signatur ausgewiesen ist, gehört von der Technik her zum potenziell auflagenstarken Tiefdruck. Da Rainer mit Vorliebe Schwarz verwendet, ist nicht nur die Vorlage absolut verdeckt - es sei denn, dass die Ränder noch stellenweise einen Blick auf die Vorlage gewähren -, die (Nicht-)Farbe erinnert auch an die Druckerschwärze, mit der einst die Radierplatte eingerieben wurde, bevor sie wieder von der Oberfläche weggewischt wurde - insgeheim kann dies als Reminiszenz an den Druckvorgang gelesen werden. Mit der Auslöschung des Motivs wird die Grafik andrerseits wertlos, regelrecht vernichtet. Zugleich macht der Künstler sie durch die Übermalung zu einer neuen Arbeit, die zudem nun ein Original darstellt, das ein Geheimnis verbirgt: nämlich die unsichtbare Abbildung. Das changierende Schwarz, dem bei genauer Betrachtung mehrere Farben beigemischt sind, macht die im Grunde als Anti-Kunst auftretende Arbeit zum lebendigen, malerisch ereignisreichen Ausdruck einer Zeit, die im Begriff ist, ihre Werte dem schönen Schein zu opfern. Mit seinen Übermalungen gehört Arnulf Rainer zu den Vertretern eines durchaus eigenständigen österreichischen Informel (Wolfgang Hollegha, Markus Prachensky).
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