Thomas Lenk & Friends

Schichtung 13a (Orakel) - Umfeld, 1969
© Thomas Lenk / VG Bild-Kunst, Bonn

Thomas Lenk

Schichtung 13a (Orakel) - Umfeld, 1969

Plexiglas, schwarz
41 × 23 × 23 cm

in Ritzung signiert und datiert Lenk 69
(LENKT/S 16)

€ 16.000
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Thomas Lenk beschäftigte sich explizit mit der Faszinationskraft von Kunst, wofür die Reihe der »Orakel«-Plastiken ein gutes Beispiel ist. »Mich interessiert ... erstens, was bedeutete Faszination im Zusammenhang mit Kunst überhaupt, zweitens, was ist die Wechselwirkung von Kunst und Faszination, und drittens, gibt es Kunst ohne Faszination, Faszination ohne Kunst, ohne die Artikulation durch Kunst?« In der mit »Orakel« untertitelten »Schichtung 13a« sind zwei übereinanderliegende schwarze Quaderkörper zu sehen, deren Ecken abgrundet sind - der Form nach der Gestalt von Bierdeckeln nachempfunden. Scheibenweise reihen sich die Schi-chten aneinander, etwa in der Mitte scheinen sie im Verlauf fächerförmig nach oben verschoben zu sein, das heißt, was auf der einen Seite nach innen drängt, ragt auf der gegenüber liegenden Seite nach außen und auch nach oben, so dass der Eindruck entsteht, als seinen beide Raumkörper ineinandergeschoben. Der Untertitel der Arbeit mag hier befremdlich zu sein und der nüchternen Beschreibung des hier verwendeten Titels eine sinnhafte Bedeutung zuzumessen: »Orakel« meint einen Götterspruch über die Zukunft bzw. das Schicksal und leitet sich von lat. »orare« (sprechen, beten) ab; auch die Stätte, wo der Spruch seine rituelle Rechtfertigung erhält, wird als Orakel bezeichnet, man denke an das Orakel von Delphi. Die gegenstandslose, formal inszenierte Plastik erhält in Verbindung mit dem Titel eine auratische Wirkung, der geometrisierte Block macht eine nahezu religiös-magische Kraft erfahrbar - entfernt könnte man an die monolithische Kaaba in Mekka denken. Die vergleichsweise bescheidene Größe von Lenks Plastik nimmt zwar den religiösen Zauber wieder zurück, doch bleibt eine faszinierende Erscheinung, die der letztlich banalen Kunstform Würde verleiht. »Faszination«, so Lenk, »ist das, was sich zwischen der Nüchternheit des Bekannten und dem Angepeilten des Unbekannten ereignet.«
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