Online Ausstellung

Werner Pokorny / Die Ambivalenz der Dinge

 
Die Galerie Schlichtenmaier präsentiert Arbeiten des Bildhauers Werner Pokorny. Wie kaum ein anderer Künstler hat Pokorny eine je eigene Bildsprache als Holz- und Stahlbildhauer gefunden, die thematisch unverkennbar ist und dennoch beiden Materialien gleichermaßen gerecht wird: Während das Holz dem individuellen Schaffen weitreichende Möglichkeiten eröffnet, abhängig von der Herkunft und Härte des gewachsenen Materials, aber auch von der notwendig zügigen Bearbeitung durch die Kettensäge, erfordert der Stahl detaillierte Prozessabläufe, erzielt aber am Ende eine belastbare Statik, die der Größe kaum Grenzen setzt. Der Reiz des Materials selbst liegt in seiner Oberflächencharakteristik – das Holz »arbeitet«, der Stahl »entwickelt« sich. Diese letztlich auch anthropomorphen Züge führen auch inhaltlich zu einer Ambivalenz betont einfacher Dinge, die bei Pokorny einen festen Kanon bilden: Haus und Gefäß, hier Schale oder Vase, seltener Rippenformationen oder Kreis und Kugel. Teils von archaischen Kulturen inspiriert, teils von gesellschaftlichen Entwicklungen der Gegenwart animiert, stehen die Dinge für Befindlichkeiten des Menschen. Dabei hält der Bildhauer die Symbolik seiner Chiffren offen – das Haus etwa vermittelt zum einen Schutz und Heimat, zeigt aber zugleich eine regelrecht schwankende Erscheinung, die Gefäße geben sich zum anderen mal verhüllt, mal offen. Stets geht es Pokorny um die Balance, als Akt der geplanten Ausgewogenheit oder als eine Art Augenblickssituation, die unberechenbar bleibt. Der Betrachter wird interagierend miteinbezogen: Form und Sein der Dinge, die Pokorny in diesem Sowohl-als-auch bzw. Weder-noch durchspielt, machen aus dem Betrachter einen aktiven Beobachter, durch dessen Haltung das Werk erst diese oder jene Wende nimmt – und sie machen ihn zum Homo ludens, den Friedrich Schiller vor Augen hatte: »Der Stoff», so heißt es in seinen ›Briefen über die ästhetische Erziehung des Menschen, »muss so behandelt werden, dass wir die Fähigkeit behalten, ihn unmittelbar mit dem leichtesten Spiel zu vertauschen.«

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