KÜNSTLER / Kunst nach 1945
Georg Karl Pfahler


Verfügbare Werke
1926geboren in Emetzheim bei Weißenburg/Franken
1948Studium an der Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg
1950–54 Studium an der Kunstakademie in Stuttgart unter Willi Baumeister und
 Manfred Henninger
1956–58Gründungsmitglied der Gruppe 11 (zus. Mit Günther C. Kirchberger, Friedrich
 Sieber, Attila Biró)
1959es entsteht die Serie »Formativ«
1965Ausstellungsbeteiligung »Signale«, Basel
1967Ausstellungsbeteiligung »Formen der Farbe«, in Amsterdam, Stuttgart und Bern
1968Ausstellungsbeteiligung »Painting and Sculpture from Europe«, New York
1970Deutscher Beitrag auf der Biennale Venedig (zus. mit Thomas Lenk, Heinz Mack
 und Günther Uecker)
1981Vertreter deutscher Kunst auf der Biennale in Saõ Paulo
 Gastprofessur an der Helwan-Universität, Kairo
1984–92Professor an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg
1990Ausstellung der Bildfolgen in der Staatsgalerie Stuttgart (unter Peter Beye)
1999Gestaltung des Sitzungssaales des Ältestenrates des Deutschen Bundestages im Reichstag in Berlin
2002lebte in Fellbach bei Stuttgart, gestorben in Emetzheim
Georg Karl Pfahler gehört zu den wichtigsten deutschen Vertretern einer neuen Künstlergeneration, die sich im Nachkriegsdeutschland formiert und im Geist des Aufbruchs der 1960er Jahre zu bedeutenden und innovativen bildnerischen Lösungen findet. Mit seinen Werken gibt Pfahler eine eigene Antwort auf die Kunst des Abstrakten Expressionismus in Amerika. Die unter seinem Lehrer Willi Baumeister gesammelten Erfahrungen an der Kunstakademie Stuttgart prägten den jungen Pfahler nachhaltig und entwickelten seinen Sinn für die Einheit von Farbe und Raum und die Vereinfachung von Formen.
An die das Informel aufgreifenden Werke aus den frühen 1950er Jahren schlossen sich nur wenig später die »formativen« Arbeiten an, in denen sich die malerischen Strukturen zu scharf konturierten Farbblöcken und -flächen verdichten. Diese Phase wird abgelöst von einer geometrisch sich immer mehr verfestigenden Formensprache, die sich in der Farbpalette auf wenige kontrastreiche Töne beschränkt und in seinen Werkzyklen der »Metro«-, »Espan«-, »Spor«-, oder »Transit«-Bilder niederschlägt. 1955 noch Mitbegründer der »Gruppe 11«, der Kerngruppe des Informel in Stuttgart, beginnt er bereits Ende der fünfziger Jahre mit seinen blockhaft-formativen Arbeiten, denen er ab 1959 den Begriff »Formativ« beifügt und die sich durch klar abgegrenzte Flächen und reduzierte Farbigkeit, vor allem durch die Verwendung von Blau, Grün, Orange, Rot und Schwarz auszeichnen. Hierbei schließt er direkt an das Spätwerk Baumeisters, vor allem an die Bilder der »Montaru«-Serie an: »Pfahler braucht dazu jedoch keinen Anlauf, er ist sofort voll da, setzt die blockig verdichtete elementare Farbform ab 1959 mit solcher Entschiedenheit in die Fläche, dass die raumkonstituierende Qualität des Farbblocks als Ausgangspunkt späterer Farbformen bezeichnet werden kann.« (Nikolai B. Forstbauer)
Seine sich im Laufe weniger Jahre immer mehr geometrisierenden Bilder werden im Aufbau und der Formgebung immer klarer und schärfer, so dass sich Pfahlers »Formblöcke« ab 1962/63 zu scharf abgegrenzten Farbflächen wandeln. Ab Mitte der 1960er Jahre findet er als einziger deutscher Vertreter des Hard-Edge oder der »Malerei der harten Kanten« in die Kunstgeschichtsbücher Eingang. Der große Wiedererkennungswert dieser überwiegend in Signalfarben gehaltenen, flächenhaften Gemälde basiert auf Pfahlers singulärem Konzept der »Farbformmalerei«, das er ab etwa 1965 zu den plastischen Raumkonzeptionen der »Farb-Raum-Objekte« ausbaut: Die Plastik wird begehbar, erobert sich den sie umgebenden Raum und wird Raum und Architektur zugleich. Die Farbe sowie der sie umgebende Raum werden direkt und auf eine absolute Weise erlebbar. Mit diesen revolutionären »Farb-Raum-Projekten« wird er 1970 zur Biennale in Venedig eingeladen, wodurch er im Anschluss – mit vorausgegangenen Ausstellungen in Basel, Amsterdam, Bern und New York – zu internationalem Ansehen gelangt. Mit seinem konsequenten Vordringen in die »Farbfeldmalerei« verstand es Pfahler zum wichtigsten deutschen Interpreten und Wegweiser des Hard-Edge von internationalem Rang zu avancieren. 
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