KÜNSTLER / Kunst der Moderne
Rudolf Dischinger


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Rudolf Dischinger
um 1979, Foto: Dieter Hannemann
1904 Am 11. November wird Rudolf Dischinger in Freiburg i. Breisgau geboren.
1924–27 Nach dem Abitur beginnt er 1924 sein Studium an der Großherzoglich Badischen Landeskunstschule in Karlsruhe. Seine Lehrer sind Georg Scholz (Vorbereitungsklasse), Karl Hubbuch (Zeichenklasse) und Ernst Würtenberger (Fachklasse für Holzschnitt und Illustration). Auf ihre Anregungen hin beginnt Dischinger sein künstlerisches Werk im Stil der Neuen Sachlichkeit. Im Herbst 1927 legt er die Zeichenlehrerprüfung ab. Im November nimmt Dischinger zum ersten Mal an einer Ausstellung zur Neuen Sachlichkeit in Leipzig Teil.
1927–39Dischinger tritt nach seinem Examen in den Schuldienst ein. Bis 1939 ist er an der Mädchenrealschule Freiburg tätig. Von 1931 bis 1934 arbeitet er zusätzlich als Zeichenlehrer beim Caritasverband Freiburg. 1939 wird er an die Schwarzenbergschule Waldkirch versetzt, wo er offiziell bis 1947 angestellt ist.
 Im Jahr 1934 bezieht Dischinger eine Atelierwohnung in der Egonstraße 5 in Freiburg. Im selben Jahr heiratet er seine Mitstudentin Karola Hörner aus Wittlich bei Trier.
 1934 lernt Dischinger Julius Bissier kennen. Er nimmt an dessen Aktzeichenkursen im Pharmakologischen Institut Freiburg teil und bleibt mit dem Künstler bis zu dessen Tod 1965 eng verbunden. 1934 beginnt die surreale Werkphase, die bis etwa 1938/39 andauert.
1939–461939 wird Dischinger zum Kriegsdienst eingezogen. Als Soldat ist er in Frankreich und bis zu seiner Verwundung 1942 in Rußland 1941 Geburt der Tochter Inge. Die Jahre zwischen 1943 und 1946 verbringt er in Landshut, bis Kriegsende in einer Genesenenkompanie, später als freischaffender Künstler.
1946–49 Ende 1946 kehrt Dischinger nach Freiburg zurück und arbeitet bis 1949 las freier Künstler. In die späten 40er Jahre fällt der Beginn seiner abstrakten Phase.
1949–56Ab 1949 übernimmt Dischinger einen Lehrauftrag an der Staatlichen Kunstakademie Freiburg. Seine Fachgebiete sind die Grundausbildung und die Zeichenklasse. Diese Planstelle teilt er sich mit Heinrich Wittmer. Nach dem Tod Wittmers 1954 übernimmt er die volle Lehrverpflichtung in Form einer Professur.
1956–65 Mit Auflösung der Akademie kehrt Dischinger in den Schuldienst zurück und arbeitet als Kunsterzieher am Goethe-Gymnasium Freiburg bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1965.
um 1970 Nach einer 1970 durchlebten schweren psychischen Krise fängt Dischinger wieder damit an, sich mit der sichtbar realen Dingwelt zu beschäftigen. Damit beginnt sein Alterswerk. Anfang der 70er Jahre wird im Zuge der internationalen, kunsthistorischen Aufarbeitung der Neuen Sachlichkeit Dischingers Frühwerk neu beachtet und auch im Ausland erstmals gewürdigt.
1976 Zusammen mit Peter Dreher wird Rudolf Dischinger der Reinhold-Schneider-Preis der Stadt Freiburg verliehen.
1985 Durch einen Beinbruch wird Dischingers künstlerische Tätigkeit zwangsläufig beendet.
1988Am 30. November stirbt Rudolf Dischinger in Freiburg.
Rudolf Dischinger ist ein wichtiger Protagonist der Neuen Sachlichkeit und des Surrealismus in Deutschland, hat aber auch einen wichtigen Beitrag zur Konkreten Kunst erwiesen. Sein Werk umfasst eine Zeitspanne von etwa 60 Jahren und führt von der nüchternen Bestandsaufnahme einer Gegenstandswelt über surreale Verfremdungen zu strengen geometrischen Formen. Entscheidende Impulse erhielt er während seines Studiums an der Großherzoglich-Badischen Kunstschule in Karlsruhe bei Georg Scholz, Karl Hubbuch und Ernst Württenberger.
Merkmal bleibt die Bevorzugung zeichnerischer Genauigkeit gegenüber einem subjektivem Ausdruck. Dischinger entkleidet die Objekte (Muscheln, Puppen etc.) ihres funktionalen Zusammenhanges und versucht so, ihr „Eigenleben“, die „Magie der Dinge“ zu erfassen. Dischingers Gefühl für die Bedeutung des Zeichenhaften wurde durch die Bekanntschaft mit Bissier entscheidend gefördert. 
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