KÜNSTLER / Kunst nach 1945
Erich Hauser


Verfügbare Werke
Erich Hauser
1930geboren in Rietheim bei Tuttlingen
1945–48Lehre als Stahlgraveur in Tuttlingen
1964–65Gastdozentur an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg
1964/68Teilnahme an der documenta in Kassel
1969 Großer Preis der X. Kunstbiennale, São Paulo
seit 1970Mitglied der Akademie der Künste Berlin
1977Teilnahme an der documenta in Kassel
1984–85Gastprofessur an der Hochschule für Künste in Berlin
1986 Verleihung des Professorentitels
1995Oberschwäbischer Kunstpreis
1996Gründung der Erich Hauser-Stiftung e.V.
2004gestorben in Rottweil
Als einer der bedeutendsten Bildhauer Deutschlands hat Erich Hauser an der Entwicklung der plastischen Kunst der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einen wesentlichen Anteil, sowohl als Wegbereiter durch seine unverwechselbare Eigenständigkeit, als auch durch seine unnachahmbare »handwerkliche« Qualität. Bereits seit 1969 dokumentiert sich durch seinen Gewinn des Großen Preises auf der X. Biennale in São Paulo eine internationale Wertschätzung. Er avanciert in den 1970er Jahren zu einem der erfolgreichsten Bildhauer im öffentlichen Raum der Bundesrepublik Deutschland. Entsprechend verbreitet sind seine Arbeiten im In- und Ausland, beispielsweise im Kanzleramt in Bonn, an der Börse in Düssel-dorf, im Goethe-Institut in Tokio, im Expo-Gelände in Hannover sowie an mehreren öffentlichen Plätzen in Stuttgart.
Seit 1962 verwendet Erich Hauser für seine Skulpturen ausschließlich industriell vorgefertigte Stahlplatten, die er durch partielles Erhitzen biegsam macht und nach dem Prinzip der Montage zusammenschweißt. Im Unterschied zu seinen vor 1967 entstandenen Arbeiten, die noch deutliche, teilweise harsche Bearbeitungsspuren aufweisen, die wie Narben die Oberflächen überziehen, haben die späteren Skulpturen eine hochpolierte, makellose Außenhaut. Während seine ab Mitte der 1960er Jahre entstehenden Arbeiten formal an vegetative, organisch gewachsene Formen erinnern, orientieren sich die Skulpturen der Folgejahre überwiegend an geometrischen Formen, wie der Säule, der Röhre, der Pyramide, den Zylinder, den Quader, den Diskus oder den Würfel. Seit den 1970er Jahren bricht Hauser die geometrischen Grundformen zunehmend auf, gibt Einblicke in sie frei und lässt sie in den Außenraum dringen, ohne dass sie ihren formalen Zusammenhang verlieren. Schließlich entstehen kristalline Stahlgebilde aus denen neue Raumkonstellationen erwachsen.
Mit seinen Skulpturen veranschaulicht Hauser die Natur als Zusammenspiel von Kräften, ihre mitunter weithin, vor allem vertikal in den Raum ausgreifende Dynamik. Allen plastischen Arbeiten gemein ist eine kubistisch anmutende Zerlegung, ein Verfall beziehungsweise ein Zerbersten. Vor allem die Skulpturen der 1980er Jahre gestalten sich wie prismatische Bildungen, Splitterungen oder gleichen eingefrorenen Standbildern einer Explosion. Hausers Plastiken bleiben durchweg künstlich erschaffene Gebilde, denen ihr Materialcharakter erhalten bleibt, was der Bildhauer selbst folgendermaßen ausdrückt: »Mich interessiert es, Formen gegen die Natur zu setzen. Dadurch wird es möglich, die Natur neu zu sehen und zu erleben. ... Die Dimension wird auch dadurch bestimmt, was menschlich fassbar ist; das heißt, soweit ich den Raum ablesen, durchdenken und beherrschen kann.«
 
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